7. Mountain-Crossduathlon in den Fröruper Bergen

ein Bericht vom Marco J.

Das Flensburger Tageblatt schrieb über diese Veranstaltung: Tempojagd in den Fröruper Bergen in Wahrheit begann die Tempojagd aber schon morgens in Trittau:
Kaum war ich bei Goschi vorgefahren, ging es auch schon weiter zu 2-Rad Koech. Was war passiert? Die neue Kette an Goschis MTB harmonierte leider nicht mehr mit der alten, offenbar runtergerittenen Kassette und sprang über. Aber der Werkstatttermin war schon telefonisch gebucht und so ging der Kassettenwechsel ähnlich schnell wie ein Pitstop in der Formel 1.


Glücklicherweise verlief die Anreise nach Frörup (ein Ortsteil von Oeversee, kurz vor Flensburg) wesentlich entspannter und so trudelten wir rechtzeitig zur Siegerehrung des Kinder-Wettkampfes ein.

Der Schauplatz machte übrigens gleich auf den 1. Blick seinem Namen Fröruper Berge alle Ehre zumindest nach unseren Maßstäben, denn wir Norddeutschen neigen ja dazu, jeder Schippe Sand gleich einen Namen mit dem Zusatz Berg zu geben. Wobei das Naturschutzgelände rund um eine alte Kiesgrube doch schon etwas höher als der sprichwörtliche Maulwurfshügel ist.

Nach einem freundlichen Empfang durch den Veranstalter, Besichtigung des Start- und Wechselbereichs und des obligatorischen Strecken-Briefings vor dem Start ging es dann bei optimalen äußeren Bedingungen auf die Strecke. Zunächst waren 3 Runden 1,5 km zu Laufen, anschließend standen 4 Runden 4 km mit dem MTB an und als krönender Abschluss erneut 3 Laufrunden zu je 1,5 km.

Bei 54 Startern ist es auf den ersten Metern naturgemäß noch etwas drängelig, aber da es gleich locker bergauf in den Wald hinein ging und ich als reiner Radfahrer und Winter-Gelegenheits-Jogger zu Fuß ohnehin nicht besonders schnell unterwegs bin, löste sich das Gewusel schnell auf und ich bewegte mich irgendwo recht weit am Ende des Feldes. Die erste Runde empfand ich mit einer Zeit von 7 Minuten dann auch noch ganz ordentlich, aber der teilweise tiefe Boden und vor allem das ständige Auf und Ab forderten doch mehr Kraft als mir lieb war und so brauchte ich für die 2. Runde schon 8 und für die 3. Runde 8 Minuten.

Als ich dann zur Wechselzone kam hatte ich wenigstens kein Problem damit mein Rad zu finden, denn die meisten anderen Teilnehmer waren schon auf 2 Rädern unterwegs. Kein Problem: So hatte ich es mir auch vorgestellt, denn das Starterfeld bestand nun mal überwiegend aus Triathleten die nun mal etwas besser Laufen als ein gewöhnlicher Rennradler. Und so dachte ich mir: Mal sehen, wie viele ich davon auf den Radrunden wohl wieder aufschnupfen kann

Leider ging auch das Radeln nicht ganz so gut wie erhofft: Schon leicht angezählt vom Laufen kam auf den ersten 1,5 Runden noch ein lästiges Magenstechen hinzu, so als würden sich alle Säuren der Welt dort versammeln. Kurz vor Ende meiner ersten Radrunde war übrigens auch schon wieder den Kontakt zur Spitze hergestellt - weil mich die beiden Führenden überrundet hatten ?

Nachdem ich mir schon zwei bis drei Ausstiegsszenarien überlegt hatte, verschwanden die Beschwerden jedoch wieder so plötzlich wie sie gekommen waren und ich konnte einigermaßen entspannt weiterfahren. Runde für Runde überholte ich auch wieder einige andere Teilnehmer und mit jeder Runde wuchsen auch die Streckenkenntnis und der Speed in den Kurven.

Auch wenn das der für mich schönste Teile des Wettkampfes war: Die Strecke war verdammt anspruchsvoll mit einigen sehr steilen Anstiegen, einem mit schiefen und nassen Balken überbrückten Bachlauf, engen Singletrails, tiefem und teils schlammigen Boden, Baumwurzeln, Steinen zwar alles fahrbar ohne dass man hätte absteigen müssen, aber eben auch sehr kraftraubend.

So ging also auch die 2. Disziplin vorbei und es hieß abermals: Laufschuhe anziehen und ab in den Wald. Diesmal lief ich weitaus konstanter, aber mangels Kraft auch viel langsamer, nämlich mit durchweg 10 Minuten pro Runde. Kurz vor Ende der insgesamt 4. Laufrunde war dann auch das Team Hamfelder Hof kurzzeitig wieder vereint: Goschi überrundete mich, zog mit lockerem Lauf vorbei und war auch bald nicht mehr zu sehen.

Irgendwie überstand ich aber auch noch die beiden letzten Laufrunden und schleppte mich letzter Kraft ins Ziel. Und da von den 54 gemeldeten Teilnehmern nur 40 ins Ziel und damit die Wertung kamen, war ich vor diesem Hintergrund dann schon stolz darauf es durchgestanden und überhaupt ins Ziel geschafft zu haben. Der 32. Platz war dabei dann eher eine statistische Zahl.

Goschi ist auf dem 12. Platz der Gesamtwertung gelandet und immerhin auf dem 3. Platz seiner Alterklasse und das dann doch mit einem waidwunden MTB: Trotz des morgendlichen Kassettenwechsels funktionierte die Schaltung unter den harten Bedingungen nicht ordentlich und so musste er so manchen Anstieg laufend bewältigen, weil die Kette sonst abgeworfen worden wäre - Respekt!

Die beiden Spitzenreiter lieferten sich unterdessen ein packendes Duell, dem niemand auch nur annähernd folgen konnte und brannten eine sagenhafte Zeit in die Ergebnisliste das waren Leistungen einer ganz anderen Liga vor denen man nur den Helm ziehen kann.

Insgesamt war dieser 7. Fröruper Mountain-Crossduathlon eine hervorragend organisierte Veranstaltung auf einer landschaftlich wunderschönen, aber unheimlich anstrengenden Strecke mit durchweg freundlich-entspannten Organisatoren, Helfern und Teilnehmern. Wer gerne einmal die eigenen Grenzen ausloten möchte ist hier goldrichtig, jedoch empfehle ich dringend vorher ein gezieltes Training für Radfahren und vor allem Laufen in anspruchsvollem Gelände.

Wer Lust dazu hat, kann bereits in rund vier Monaten am nächsten Crossduathlon in den Fröruper Bergen teilnehmen, denn das Rennen 2011 findet bereits am 5. März 2011 statt.

Auf der Seite des Veranstalters ist auch ein Bericht des Flensburger Tageblatts zu sehen.

Einen kleinen Einblick auf Verlauf und Profil der Strecke gibt es hier.

Link

Bild: Akribische Vorbereitungen in der Wechselzone.



zurück zur Liste